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Auto Tuning für jeden

aufgemotztes Auto

Quelle: Flickr / mark_212011

Auf Rennen und Autoshow dürfen sie nicht fehlen: Eine Vielzahl an liebevoll aufgemotzen Karren, welche mit Special-Effects und dem neuesten Tuning wetteifern und begeistern. Wer mit einem „normalen“ Auto anreist ist selber schuld, wer sich nicht auskennt ist out. Auto Tuning ist garantiert keine simple Angelegenheit, sondern vielmehr ein ernsthaft betriebenes Hobby mit stark vernetzten Fangemeinden, eigenen Veranstaltungen und diversen Fan-Zeitschriften.

Aber was genau bedeutet denn eigentlich Auto Tuning? Was kann man machen, um das eigene Schmuckstück noch ein wenig schneller, besser und schöner zu gestalten und vor allem, wo liegt der gesetzliche Rahmen dafür? Denn was hat man davon, wenn die teure Prollkarre in Zukunft in der Garage verweilt, weil sie in der Hauptuntersuchung nicht zugelassen wurde?

Es war einmal ein kleiner Käfer

Auto Tuning kann sehr vieles bedeuten. Es handelt sich allgemein um Veränderungen an Motor, Fahrwerk oder dem Design. Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt; von Innenraumgestaltung bis hin zu Farbe und Form von Karosserie kann so ziemlich alles gemacht werden. Den Anfang nahm die Geschichte des Auto Tuning in den Fünfzigerjahren zumeist mit dem VW Käfer, als Autotuner begonnen, die Leistung von Motoren zu erhöhen. Käfer-Spoiler wurden ab 1953 von der Firma Kamei produziert. Man nannte ihn jedoch „Tiefensteuer“, dessen Aufgabe darin bestand, dem erheblichen Auftrieb an der Vorderachse zu begegnen. Er fand jedoch keinen Anklang und es stellte sich wenige Jahre später heraus, dass die Konstruktion den Auftrieb um etwa 16 Prozent erhöhte. Erst seit den Siebzigern erfreute sich Auto Tuning stetig steigender Beliebtheit, was große und auffällige Umbauten zur Folge hatten, die sich stark vom Original unterschieden. Erst seit den Neunzigern geht der Trend zu unauffälligeren, dafür effektiveren und detaillierteren Änderungen.

Lasset die anderen Staub fressen

Es gibt diverse Möglichkeiten der Leistungssteigerung des Motors. Bei mehr als 5% Abweichung von der Serie muss diese jedoch in den Autopapieren von einer autorisierten Prüforganisation vermerkt werden und erfordert gegebenenfalls Umbaumaßnahmen am Fahrzeug.  Die einzig wirklich effiziente Lösung, ohne die Lebensdauer des Motors zu reduzieren, ist eine Motoraufladung. Aber dafür notwendige Modifikationen machen diese Möglichkeit relativ teuer. Eine Lachgaseinspritzung ist zwar sehr beliebt, jedoch schädlich für den Motor. Chiptuning sowie Ladeluftkühlung oder eine Wassereinspritzung, beide mit ersterem kombinierbar sind auch denkbar. Unter Fachleuten gilt 100-150€ pro 1 kW Mehrleistung als Faustformel für qualitativ hochwertige Tuningarbeit. Besonders gut geeignet für elektronische Maßnahmen sind Dieselmotoren mit Turboaufladung. Wichtig ist, dass der Motor stets auf eine Mehrleistung ausgelegt sein muss, da sonst die korrekte Funktion von Kühlersystem und Materialien nicht mehr sichergestellt ist.

Der Hintern dem Boden so nah

getuntes Auto

Quelle: Flickr / mark_212011

Wer die Bodenfreiheit des Autos verringern oder vergrößern möchte und damit also den Schwerpunkt des Fahrzeug ändert, der nimmt Veränderungen in den Bereichen Federn und Stoßdämpfer vor. Die meisten entscheiden sich für kürzere aber effizientere Federn und härtere Stoßdämpfer, um die Neigung der Karosserie in Kurven zu verringern. Weitere Möglichkeiten sind der Einbau von Stabilisatoren sowie Sport-, Gewindefahrwerke. Als besondere Form des Fahrwerktunings sind Lowrider zu erwähnen, wobei die serienmäßigen Fahrwerke komplett ersetzt werden, so dass es sich entsprechend um eine deutlich intensivere Umbaumaßnahme handelt. Anstelle der Originalen werden Hydraulik- oder Airride-Fahrwerke eingesetzt. Das Niveau der Tieferlegung kann in Sekundenschnelle und vielfach auch per Fernbedienung und auf einzelne Stoßdämper angewendet reguliert werden. Jedoch sind für solche Maßnahmen nur mit bestimmten technischen Gutachten auch normale Straßenzulassungen erhältlich.

Dem Scheint die Sonne aus dem … Auto

Auch an der Beleuchtung können diverse Änderungen vorgenommen werden. Klarglas-Streuscheiben mit Standlichtringen anstatt der normalen Frontscheinwerfen können das Erscheinungsbild des Wagens ebenso verändern wie Leuchtmittel mit Farbfilter, Nebelscheinwerfer, Tagfahrleuchten oder Leuchtröhren im Innenraum.

Und plötzlich war der Türgriff weg

Beim Karosserietuning wird entweder das Erscheinungsbild des Wagens verändert oder Maßnahmen zur Verbesserung des aerodynamischen Verhaltens bei schnelleren Geschwindigkeiten ergriffen. Eingeschlossen sind der Einbau von Spoilern, Flügel- oder auch Scherentüren. Die A-, B- und C-Säulen können gekürzt werden, um die Gürtellinie des Fahrzeugs optisch anzuheben, was als Chopping bezeichnet wird. Dadurch wirkt das Auto flacher. Beim Sectioning wird, im Vergleich dazu, ein horizontaler Streifen aus der Karosserie entfernt. Channeling oder Lowering bewirkt eine optische oder technische Absenkung der Fahrzeugkarosserie. Ein ganz spezieller Prozess ist das Cleaning. Dabei werden alle optisch störenden Funktionselemente wie Zierleiste, Schriftzüge, Abdeckungen und eben Türleisten entfernt. Die entstandenen Löcher werden mit Blech geschlossenen, so dass eine glatte Oberfläche entsteht.

Vor dem Einsteigen bitte duschen

In der Innenraumgestaltung sind dem Autotuner fast keine Grenzen gesetzt. Hochwertige oder ausgefallene Armaturen und Sitzbezüge ersetzen die serienmäßige Ausstattung und unterstreichen die Individualität des Besitzers. Egal ob bunt oder unifarben, typfremd oder Serienergänzung – die Gestaltungsmöglichkeiten von Sitzen, Lenkrad und Armatur sind schier unendlich. Ein besonders wichtiger Bestandteil beim Auto Tuning des Innenraums ist eine Ergänzung durch hochwertige Multimediageräte wie die Car-HiFi-Anlage oder sogar einen DVD-Player.

Aber Vorsicht, mit dreckiger Arbeitskleidung dürfen Sie hier garantiert nicht mehr einsteigen!

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